Klimawandel in Kunst und Kultur


Der Klimawandel wird zunehmend auch in der bildenden Kunst und Kultur thematisiert. Drei Beispiele, die mir in den letzten zwölf Monaten sehr eindrucksvoll in Erinnerung geblieben sind, möchte ich mit Euch teilen:


Die Ausstellung „Zero Waste“ im Museum für Bildende Kunst in Leipzig befasste sich mit internationalen Positionen zeitgenössischer Kunst, die auf die Dringlichkeit verweisen, Ressourcen zu schonen, weniger zu konsumieren und nachhaltiger zu leben. Hier wurde auch die Nachhaltigkeit von Kunst-(ausstellungen) selbst hinterfragt, wie beispielsweise der CO2-Fußabdruck der Ausstellung selbst. Materialaufwendige Installationen, Transporte und Reisen über weite Distanzen wurden bewusst vermieden und stattdessen mit lokalen AkteurInnen kooperiert. Der Erlös des zur Ausstellung erschienenen Katalogs mit Installationsansichten floß gänzlich in den Versuch, die CO2-Produktion der Ausstellung zu berechnen und durch das Pflanzen entsprechend vieler Bäume zu kompensieren.

Mehr dazu unter https://mdbk.de/ausstellungen/zero-waste/



Der Dokumentarfilm „Die Kunst der Folgenlosigkeit“

Ein Film von Jakob Brossmann und Friedrich von Borries (Autor des Buches „Fest der Folgenlosigkeit“) über die Macht der Kunst, uns Wege aus der Klimakatastrophe aufzuzeigen. Hier werden die ökologischen Folgen des eigenen Handelns verhandelt. Die Regisseure unternehmen einen Selbstversuch indem sie die Utopie der Folgenlosigkeit des eigenen Handelns anstreben, indem sie sich selbst befragen und Denkanstöße für ein anderes Leben geben, die zur weitergehenden Diskussion anregen.

Mehr dazu unter https://www.nfp.de/produktionen/detail/die-kunst-der-folgenlosigkeit



Die Paläste sind leer – eine Theaterstück von Thomas Köck, das kürzlich seine Premiere in den Münchner Kammerspielen erlebte. Thomas Köck ist für seine Stücke über den drohenden Kollaps unseres Systems bekannt und hat mit seinem neuen Stück einen Finger auf die Wunden unseres Systems gelegt: die Ausbeutung von Planet und Menschen stellt das zentrale Thema dar. Köck zeigt anhand mythologischer Referenzen auf, wie wir auf die Fehlentwicklungen der Welt zeigen, ohne aktiv einzugreifen, um die Katastrophe aufzuhalten bis wir schließlich vor den Trümmern unseres eigenen Lebens und unserer Gesellschaft stehen. Dabei wird die Frage der Verantwortung verhandelt, indem wir uns eingestehen müssen, dass wir alle sehend diesen Kurs nehmen, aber nicht handeln. Auch die Rolle der Medien und die ständigen Gier nach vermarktungsfähigen Bildern und Stories sowie die Kritik an uneingeschränktem Kapitalismus kommt nicht zu kurz. Ein apokalyptischer Abgesang auf unsere aktuelle Weltlage, die zum Nachdenken anregt.

Mehr dazu unter https://www.muenchner-kammerspiele.de/de/programm/5249-eure-palste-sind-leer-all-we-ever-wanted

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