Smarter Habitat auf dem Zukunftssalon von The Future Circle e.V.


Datty Ruth (CEO von Smarter Habitat) hat auf dem 3. Zukunftssalon von The Future Circle e.V. eindrucksvoll sein Konzept von Baukonstruktionen aus nachwachsenden, pflanzlichen Rohstoffen vorgestellt. Am Fraunhofer-Institut in Halle steht bereits ein Musterhaus mit Paneelen aus Hanf und Flachs. Neu ist nun auch eine Wärmedämmung aus Popcorn (Mais). Somit ist der cradle-to-cradle Ansatz wunderbar umgesetzt. Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen sind nach der Nutzung kompostierbar und binden in der Nutzungsphase CO2 aus der Luft (Hanf, Flachs und Mais benötigen in der Wachstumsphase CO2 aus der Atmosphäre, dieses ist im Baumaterial gespeichert). Einige Zahlen: Der Gebäudesektor steht für 40% der Treibhausgasemissionen. Allein die Zementindustrie erzeugt 8% der CO2 Emissionen. In Deutschland werden ca. 10 Mio. Tonnen Gips pro Jahr hergestellt. 30% gehen in den Trockenbau. In etwa 280.000 Tonnen Gipskartonplatten landen jährlich im Abfall, überwiegend entsorgt auf Deponie. Es gibt nur fünf Recyclingstandorte in Deutschland. Auch ein Rücknahmesystem gibt es bisher nicht.


Die Motivation von Datty Ruth entstand jedoch aus der gesellschaftlichen Not. Bei einem Besuch von Haiti nach der furchtbaren Erdbebenkatastrophe in 2012 und dem Kontakt mit amerikanischen Ingenieuren, die bezahlbare Häuser aus "Papier" entwickelten, beschloss er sein erfolgreiches Filmfonds-Business aufzugeben. Er sah die Möglichkeit mit neuen nachhaltigen Konstruktionen menschenwürdigen und erschwinglichen Wohnraum für den wachsenden Bedarf auf der Welt zu schaffen und so einen positiven Impact zu leisten. Die Weltbank prognostiziert für 2030 einen Bedarf von 500 Millionen neue Wohnungen für 3 Milliarden Menschen. Die derzeit 65 Millionen Flüchtlinge sind in den Berechnungen noch nicht enthalten. Im Durchschnitt leben Flüchtlinge laut UNHCR 17 Jahre in Lagern.


Die Finanzierungsphase von Smarter Habitat ist angelaufen (Crowd Funding) und der Aufbau der Produktionskapazitäten ist bis Ende diesen Jahres geplant. Das Entwicklungsnetzwerk mit dem Fraunhofer-Institut und der Uni Göttingen steht. Das weltweit Vertriebsnetz (Lizenzmodell/Franchising, Schulungszentrum in München) ist im Aufbau. Wir wünschen Datty Ruth und dem Smarter Habitat Team viel Erfolg!

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