Zukunftssalon PlanetProofed: Erste erfolgreiche Veranstaltung zum Thema nachhaltige Mobilität


Unsere erste Veranstaltung aus der Reihe Zukunftssalon PlanetProofed mit dem Thema „Mobilität neu denken, Führung diversifizieren“. Florian Hausmann (The Future Circle) bricht das Eis durch Bewusstseinsübungen im Garten der Seidlvilla. Margit Huber (The Future Circle) stellt das Konzept aus Impulsvorträgen und anschließender Publikumsdiskussion mit den Podiumsgästen vor.


Frau Sainida Cordes (Geschäftsbereichsleiterin Mobilitätsentwicklung und Innovation Stadtwerke München) beschreibt die wichtige Rolle der Stadtwerke bei der Verkehrswende. Bis 2030 soll der Anteil ÖPNV als tragende Säule von 24% (2017) auf 30% steigen, bei einem Rückgang des „motorisierten Individualverkehrs (MIV)“ auf 14% (2017: 24%). Attraktivere Angebote durch eine Vernetzung der Verkehrsträger wie U-Bahn, Bus/Tram, Fahrrad, E-Scooter/Moped spielen dabei eine wichtige Rolle. Philip Reinckens (VP und GM TIER Mobility DACH) erläutert den Anspruch von TIER, die Lücke zwischen den ÖPNV Fahrstrecken und „der letzten Meile“ zum Zielort zu schließen. Mit diesem Geschäftsmodell ist TIER Europas führender Mikro-Mobilitätsanbieter in über 140 Städten und 15 Ländern und arbeitet eng mit den lokalen Verkehrsbetrieben zusammen. In der neuen MVGO-App der Stadtwerke München hat TIER bereits einen Anteil von 18% der Buchungen (neben ÖPNV 39% und MVG Fahrrad 26%). Auch wenn es noch einige Themen zu lösen gilt (Batterie, wild abgestellte Roller, etc.), wird an der nachhaltigen Wirkung der Mikromobilität gearbeitet: mit Maßnahmen wie 90% Wiederverwertung und Recycling der Materialien, austauschbare Batterien etc. konnten in den letzten drei Jahren 60% der Emissionen reduziert werden. Heute verursacht ein E-Scooter weniger als 50g CO2 pro PersonenKm mit Berücksichtigung von Produktion und Nutzung (ca. 1/3 der PKW-Emission). 22% der TIER-Buchungen ersetzen in Berlin Fahrten mit dem Auto.


Nachhaltige Lösungen brauchen die Unterstützung aller durch Diversity. Birgit Gratz (Transformationsmanagerin Airbus) und Christopher Weber-Fürst erläutern anschaulich wie mehr Weiblichkeit in der Führung gelingen kann. Bei Airbus haben sie eine Female Leadership Community zur Stärkung der Frauen in Führungspositionen geschaffen. Christopher Weber-Fürst meint, dass für den Wandel vom Ego- zum ECO-System Frauen prädestiniert sind.


In der anschließenden Podiumsdiskussion spricht Oliver Specht (The Future Circle) mit Sainida Cordes, Philip Reinckens, Christiane Weiss (Gründerin LastiBike) und Lars Sammann (Centermanager Forum Schwanthaler Höhe) über die Zukunft einer weitgehend autofreien Stadt. Frau Cordes sieht die Vorteile eines verkehrsberuhigten, grünen, öffentlichen Raums, der Vieles möglich macht. Am Wochenende gehen die Münchner gerne in die Berge zum Wandern, warum sollten sie nicht in der Woche größere Strecken zu Fuß zurücklegen – wenn die Umgebung grün ist? Die Stadtwerke arbeiten an Mobilität-Hubs mit Integration der unterschiedlichen Mobilitätsformen, um die einzelnen Verkehrsträger optimal zu „orchestrieren“ und attraktive, alternative Lösungen zum PKW zu bieten. Lars Sammann betont, dass auch die Händler langsam umdenken. War früher die Erreichbarkeit mit dem PKW das oberste Ziel, werden heute auch die Vorzüge einer hohen Aufenthaltsqualität und die Einbindung der Einkaufscenter in die Stadtquartiere geschätzt. Es findet ein Umdenken statt. Eine Herausforderung ist weiterhin der Transport der Ware. Christiane Weiss erläutert das Konzept von LastiBike. Lastenfahrräder werden nur temporär gebraucht und benötigen zu Hause einen großen Stellplatz. Das Sharing „on Demand“ bietet eine gute Alternative. Es funktioniert dann, wenn es an die Konzepte wie „genossenschaftliche Wohnanlagen“ oder Einkaufszentren angebunden wird. Die Nutzung muss aber noch gelernt werden, das Konzept ist noch zu wenig bekannt. TIER hatte beim Start 2018 in den ersten Städten weniger Probleme mit der Bekanntheit. Die Neugier der Kunden auf das neue Fortbewegungsmittel war so groß und die Nutzung einfach, dass kein großer Marketingaufwand notwendig war. Die Herausforderungen sind heute eher die Integration in den öffentlichen Verkehrsraum (störende und herumliegende Roller, Achtsamkeit gegenüber Fußgängern). Dabei ist Augenmaß bei der Anzahl von Rollern, wie in München durch eine Begrenzung, und die Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden wichtig. Kritisch wurde diskutiert, dass die Roller auch z.B. den ÖPNV kannibalisieren. Frau Cordes führt jedoch aus, dass dies gerne hingenommen wird (das Volumen beeinträchtig die Auslastung nicht signifikant), um das gesamte Mobilitätsangebot zu erweitern und somit attraktiver gegenüber dem MIV zu sein.


Der Abend endet mit weiteren guten Gesprächen der Gäste über neue Lösungen, Vernetzungen der Teilnehmer und interessanten Projektideen. Wir hoffen, wir haben mit unserer Veranstaltung etwas bewegen können – mit einem positiven Impact auf Planet und Gesellschaft.

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